Kampf um 80er: Wr. Neudorf sperrt die Auffahrt

Bezirksblätter Mödling 28.05.2018, 14:58 Uhr
Zeigen sich kämpferisch: Vizebgm. Elisabeth Kleissner und Bürgermeister Herbert Janschka.
Zeigen sich kämpferisch: Vizebgm. Elisabeth Kleissner und Bürgermeister Herbert Janschka.
BEZIRK. „Wiener Neudorf hat genug davon, vertröstet zu werden und immer stets auch noch die andere Wange hinzuhalten“, erklärt Bürgermeister Herbert Janschka, warum man sich zu einem drastischen Schritt in Form einer Demonstration am 8. Juni auf der A2-Auffahrt entschlossen hat. „Bis vor wenigen Wochen waren wir noch von einem guten Gesprächsklima mit der ASFINAG ausgegangen und davon, dass wir zu einer gemeinsamen Lösung finden“, so der Ortschef. Doch der Autobahnbetreiber bietet lediglich den Austausch der bestehenden Lärmschutzwand an, keine Rede von Tempo 80 und einem adäquaten Lärmschutz. „Wir wollen nicht mehr zulassen, dass Wiener Neudorf im und am Verkehr erstickt“, meint Vizebürgermeisterin Elisabeth Kleissner, die auf besorgniserregende Zahlen verweist: „Die Überschreitung der Lärmgrenzwerte in der Nacht beträgt im Schnitt 15 db.“
Prominente Unterstützung
Unterstützung erhält die Gemeinde auch durch den Tiroler Verkehrsrebellen Fritz Gurgiser vom Transitforum, der zur A2-Demo kommen wird. „In Tirol wurde mit Blockaden eine Einhausung erzwungen, die viele Millionen gekostet hat“, so Kleissner. Die Wiener Neudorfer Forderungen seien da vergleichsweise günstig: Einerseits eine Temporeduktion von 130 auf 80 km/h auf den örtlichen 1,8 Autobahnkilometern, andererseits ausreichender Lärmschutz. Die aktuelle Lärmschutzwand aus den 90er Jahren ist aufgrund verwendeter Asbest-Elemente nicht nur gesundheitsgefährdend, sondern auch lärmverstärkend – dies sei mittlerweile auch in einem Gutachten der ASFINAG festgehalten. Eine wirksame Lärmschutzwand müsste mindestens 12 Meter hoch sein und über eine Krümmung verfügen. Den Grund, warum auch dies von der Asfinag abelehnt wird, findet Janschka zynisch: „‚Entsprechende Lärmschutzwände werden nur gebaut, wenn sie den Effekt haben, dass dadurch die Werte unter einen bestimmten Grenzwert sinken.‘ Da dies bei uns nicht erreicht werden kann, lässt man es ganz bleiben, nach dem Motto: Bei euch ist es so arg, dass es nichts bringt.“ Den ‚Fall Wiener Neudorf‘ sieht Janschka jedenfalls auch als Nagelprobe für die Bundesregierung: „Sowohl Bundeskanzler Kurz als auch Vizekanzler Strache haben vor einem halben Jahr ihre volle und aktive Unterstützung für das Anliegen schriftlich an mich gerichtet. Ich gehe davon aus, dass das, was vor der Nationalratswahl geschrieben wurde, selbstverständlich auch jetzt gilt.“
Demonstration
Mit der Demo will man nun auf das Problem aufmerksam machen und zeigt sich kämpferisch: „Wir werden diesen Kampf mit allen Mitteln kämpfen, wenn man uns dazu zwingt. Und wenn wir alle zwei Wochen auf der Autobahn demonstrieren müssen, werden wir auch das tun“, so Janschka. Im Zuge der Demonstration wird am Freitag, den 8. Juni die A2-Auffahrt gesperrt. Treffpunkt ist ab 15 Uhr am Parkplatz des ehemaligen Kika-Lagers bei der B11, um 16 Uhr erfolgt dann ein gemeinsamer Fußmarsch auf die A2-Auffahrt in Richtung Wien. Kostenlose Shuttlebusse fahren von mehreren Stationen zum Treffpunkt.

Fritz Gurgiser kommt am 8. Juni zur Demonstration nach Wiener Neudorf

Erfreulich, Fritz Gurgiser – DER Kämpfer gegen den Transitverkehr – unterstützt unsere berechtigte Forderung nach Tempo 80. Er wird bei unserer Demonstration unmissverständlich seine Meinung sagen.

Wir teilen das Schicksal der Tiroler, die den gesundheitschädigenden Belastungen durch den Schwerverkehr ausgesetzt sind. Über den Brenner rollen jährlich 2,25 Millionen LKW.

Durch das Ortsgebiet von Wiener Neudorf fahren auf der A2 an jedem Werktag 16.650 LKW, unvorstellbare 4,4 Millionen jedes Jahr.

Lassen wir uns vom Moloch Autobahn unsere Lebensqualität nicht zerstören!

Wer nicht verstanden wird, muss eine neue Form der Sprache finden.

Am Verhandlungstisch bestätigt die ASFINAG die enormen Grenzwertüberschreitungen. Die ASFINAG bestätigt auch, dass durch die Kombination aus Tempo 80 und einer wirksamen Lärmschutzwand alle Objekte in Wiener Neudorf unter die Lärmgrenzwerte kommen. (Es ist bezeichnend, dass nach der Dienstanweisung für Lärmschutz Objekte (!) und nicht Menschen geschützt werden.)

Wir brauchen Tempo 80 zum Schutz der Wiener Neudorferinnnen und Wiener Neudorfer vor dem Lärm und den Schadstoffen, die 174.500 Kraftfahrzeuge täglich verursachen.

Damit wir besser verstanden werden, haben wir den Ort der nächsten Besprechung (8. Juni 2018) vom Verhandlungstisch auf die Autobahn verlegt. An den Tatort: Dauerlärm ist Körperverletzung.

Bücherzelle am Kahrteich: Ein Service für Badegäste und Leseratten

Die alte Telefonzelle neben dem Eingang zum Kahrteich hat schon lange ausgedient. Nun wurde sie zur Bücherzelle umfunktioniert, sie ist jederzeit öffentlich zugänglich. Alle Lesebegeisterten können kostenlos Bücher entnehmen, diese behalten oder wieder zurückbringen.Geben und nehmen von Büchern, Magazinen und Zeitschriften: Auf dieser Basis funktioniert der öffentliche Bücherschrank.

 

Endlich: Kleinanzeigen in der Gemeindezeitung kostenlos

Jemand gibt ein Fahrrad zu einem Spottpreis weiter und soll für das Inserat mehr bezahlen als er für das Rad bekommt?
Dieser kuriose Fall – der keine Erfindung  von mir ist – wird sich in Zukunft nicht wiederholen. Der Gemeinderat hat in der letzten Sitzung beschlossen, dass Privatpersonen mit Hauptwohnsitz in Wiener Neudorf in der Gemeindezeitung kostenlos Kleinanzeigen schalten dürfen.
Eine vernünftige Entscheidung, wodurch das eine oder andere Brauchbare – statt auf der Müllhalde zu landen – seinen Besitzer wechseln wird.

„Essbares Wiener Neudorf“

Was 2007 in der englischen Stadt Todmorden begann, erreichte 2018 offiziell Wiener Neudorf: Das Konzept der essbaren Stadt.
Der Gemeinderat stimmte meinem Antrag zu, dass auf öffentlichen Flächen – wo immer das möglich ist – Obstbäume, Beerensträucher, Gemüse und Kräuter gepflanzt werden. Jeder darf für den Eigenbedarf ernten.

Bezirksblätter 3.5.2018 Seiten 14, 15

Die Germanen glaubten, dass im Hollerstrauch die Schutzgöttin Holda wohnt. Sie pflanzten den Strauch vor Häusern und Scheunen in der Hoffnung, dass Holda Hexen und bösen Zauber abwehre. Die Gebrüder Grimm ließen die germanische Gottheit im Märchen „Frau Holle“ wieder aufleben.
Schon in der Antike wurde der Holunder für Heilzwecke genutzt, lange Zeit diente er als „Hausapotheke der Einödbauern“.

Weiße Blütenpracht am Anger

Wer eine Blumenwiese neu anlegt, braucht vor allem eines: Geduld. Bis sie ihre volle Pracht entfaltet, dauert es mehrere Jahre.

Die Geduld hat sich gelohnt:

Derzeit zeigt sich die Blumenwiese am Anger in der Schloßmühlgasse mit der Margeritenblüte von ihrer schönsten Seite.

Ökologisch sind Blumenwiesen wesentlich wertvoller als Einheitsrasen, sie bieten Insekten, Käfern, Wildbienen, Hummeln,… Lebensraum und sind Nahrungsquelle für Vögel.

Wiener NeuDorferneuerung: Erster Hauptstraßen-Abschnitt fast fertig

Alle Verkehrsteilnehmer haben Platz: Gleich, ob mit Dreirad, Kinderwagen, Fahrrad, Rollator, Rollstuhl, Auto oder Autobus … oder zu Fuß …

Das Erscheinungsbild der neu gestalteten Hauptstraße wird bald durch Sitzbänke und farbliche Markierung des Gehwegbereiches abgerundet.